Style XP 2.0

Für all diejenigen lieben Leutz unter euch, die so lame sind wie ich und neben Linux auch noch Windows XP rennen haben (oder auch für die, die NUR WinXP haben), hier mal ein paar nette Styling-Tipps.

Jeder vernünftige Mensch, der einen PC besitzt, hat auch das Bedürfnis, seine Arbeitsumgebung nach eigenen Designwünschen zu gestalten (oder nicht?). Das ist, denke ich, auch durchaus berechtigt. Schliesslich hat man für die Software einen *GROSSEN* Haufen Geld bezahlt. Warum also sollte man mit seinen eigenen Einsen und Nullen auf einer oder gleich mehreren 12cm durchmessenden, aluminium-bedampften Lexanscheibe(n) mit zentriertem Loch drin nicht machen können was man will?? Bestes Beispiel sind doch Firmen, die PC’s zusammennageln und dann weiterverkloppen – Die haben jedes Mal das Firmenlogo im BIOS- oder Windows-Bootlogo integriert. Ob dein BIOS überhaupt ein Bootlogo hat wäre jetzt die nächste Frage, aber da wir ja XP stylen wollen übergehen wir die einfach.

Das Bootlogo

Wir wollen also unser XP-Bootlogo modifizieren. Dazu müssen wir aber erstmal wissen, wo die Microsofties es versteckt haben. Die setzen ja jedes Mal wieder alles daran, es uns ‚Crackern‘ so schwer wie möglich zu machen *rofl*. Bei Windows 3.11 war das einfach eine RLE-Komprimierte Bitmap direkt in die WIN.COM mit einkompiliert; Windows konnte bei selbstgemachten, unkomprimierten Bitmaps nicht starten, weil nie genug Arbeitsspeicher zur Verfügung stand (512MB ;-)). Bei Windows 95 war das eine als Systemdatei getarnte Bitmap, die doppelt so hoch war wie sie eigentlich sein musste. Besonders schön der unauffällige Dateiname ‚logo.sys‘ :-). Bei XP sieht die Sache nun folgendermaßen aus: Wieder ist die Bitmap in den Kernel einkompiliert, aber zusätzlich ist auch die Farbpalette an einer anderen Stelle ‚hardcoded‘. Bedeutet im Endeffekt folgendes: Wir haben nur die Standard-Palette zur Verfügung. Aber da man ja nicht auf den Kopf gefallen ist, kann man die Palette mit Hilfe eines HEX- Editors aufstöbern und verändern. Ist eine scheiß Arbeit, weiss ich. Deshalb habe ich ein kleines Tool mit Namen ‚KernelXP‘ geschrieben, dass diese Arbeit für uns erledigt. Bei der Home Edition scheint das zwar nicht zu funktionieren, aber die benutzt ja auch keiner :-P.

Zusammengefasst bedeutet das: Wir erstellen unser Bootlogo als 640×480-Bitmap, unkomprimiert, mit angepasster 4Bit-Palette, also ganzen 16 Farben. Zur Palette ist noch folgendes zu sagen: Die erste Farbe ist die Hintergrundfarbe, also meistens Schwarz. Die zweite Farbe ist IMMER Schwarz, komme was wolle. Wenn man also nun einen schwarzen Hintergrund wählt, müssten die ersten beiden Farben der Palette Schwarz sein, da es sonst zu unschönen Farbeffekten kommt. Das sieht schlampig aus, also müssen wir uns in diesem Fall mit nur 14 Farben + Schwarz (ja, dann sind’s 15) zufrieden geben.
Bevor du dich jetzt an die Arbeit machst und ein Bootlogo entwirfst, solltest du noch zwei Dinge beachten. Erstens: Es gibt immer noch diese lustigen, kleinen Drops die von links nach rechts daddeln. Den Platz solltest du an der richtigen Stelle freilassen oder einkasteln. Die Drops werden mit der 1. Palettenfarbe übermalt, die Stellen haben also nach dem ersten durchlauf die 1. Palettenfarbe. Und zweitens gibt es noch die ‚Professional‘-Grafik. Ja, die ist extra! Aber keine Angst, die wird nachher einfach aus dem Kernel rausgeschmissen und macht dann keinen Ärger mehr. Die Drops kann (sollte) man auch anpassen, damit beide Bitmaps dieselbe Farbpalette haben.

Okay, das Logo ist fertig. Bevor wir das jetzt aber einkompilieren, erstellen wir uns einen eigenen Ordner für gehackte Dateien, bei mir ist das C:\HackXP, der Einfachheit halber. Dahin kopieren wir alle Dateien die wir verändern. Das ist nicht mal unbedingt zur Sicherheit, sondern ganz einfach wegen dem Windows-Dateischutz, der modifizierte oder gelöschte Systemdateien innerhalb weniger Sekunden ersetzt. Apropos Dateischutz: Ich hab‘ bis heute noch keine Möglichkeit gefunden, den Dreck zu deaktivieren… Wenn du dazu was weisst, dann schreib‘ mir das bitte mal per Mail.
Holen wir uns also die Datei ’ntoskrnl.exe‘ aus %SYSTEMROOT%\SYSTEM32. Am besten änderst du jetzt die Farbpalette mit KernelXP. Die Bedienung ist recht einfach: Gib die Pfade zu deinen Bitmaps, dem Original-Kernel und dem neuen Kernel an. Der Original-Kernel wird kopiert, die Farbpalette aus der Logo-Bitmap ausgelesen und in den neuen Kernel geschrieben. Außerdem werden die Paletten der Bitmaps komplett schwarz gemacht (mit Sicherheitskopie, versteht sich). Das hat folgenden Sinn und Zweck: Beim Booten wird erst kurz die Bitmap mit der integrierten Farbpalette angezeigt (bei einer komplett schwarzen Palette also alles nur schwarz). Dann wird alles schwarz und die Bitmap mit der Kernel-Palette ‚eingefaded‘. Kompiliert mal eine Bitmap mit Farbpalette in den Kernel, dann seht ihr was ich meine.

Nun haben wir einen neuen Kernel mit eigener Farbpalette. Tauschen wir jetzt die Bitmaps. Dazu brauchst du ein Tool namens ‚Resource Hacker‘ (siehe Ende dieser Page). Öffne damit den neuen Kernel und ersetze mit ‚Replace Bitmap‘ die Original-Grafiken. Nummer 1 ist das eigentliche Logo, 8 sind die Drops für Professional und 10 ist der Text für Professional. 1 und 8 werden also ersetzt, bei 10 einfach einen Rechtsklick auf ‚1031‘ und dann ‚Delete‘ (wenn bei Dir nicht 1031 steht, hast du ein Windows in einer anderen Sprachversion als Deutsch; ist egal). Das wär’s dann auch schon fast. Jetzt abspeichern und die Datei unter einem eigenen 8.3-Namen (z.B. NTOSHACK.EXE) unter %SYSTEMROOT%\SYSTEM32 verstecken (nein, einfach reinspeichern!). Das Original können wir ja so nicht überschreiben, außerdem sollten wir das erstmal als Backup behalten.
Um den Kernel benutzen zu können, müssen wir ihn in die Boot.ini eintragen. Die findest du direkt auf C:\. Also schnell die Attribute ‚System‘ und ‚Schreibgeschützt‘ entfernt und mit Notepad geöffnet, den Eintrag von XP kopiert und den neuen Kernel angegeben. Sollte in etwa so aussehen:

[operating systems]
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)="XP Pro" /fastdetect
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)="XP 1337" /kernel=ntoshack.exe

Jetzt muss man beim Start zwar den Kernel auswählen, ist aber Gold wert, falls der gehackte Kernel nicht arbeitet!! Ich weiss wovon ich rede; nur mit der Wiederherstellungskonsole kommt man da beim GAU nicht weiter. Wenn du also kein 2. System auf ’ner anderen Partition/Platte oder Windows PE zur Hand hast, mach es so! Wenn alle Tests erfolgreich waren, kann man den ersten Eintrag ja immer noch rausschmeißen.

Soviel zum Kernel. Herzlichen Glückwunsch wenn bis hierhin alles zu deiner Zufriedenheit verlaufen ist! Machen wir weiter im Programm.

Strings, Grafiken und Dialoge

Wie du sicherlich bemerkt hast, kann der Resource Hacker nicht nur Bitmaps austauschen. Das ist auch vollkommen richtig. Allerdings gibt es im Kernel nicht mehr viel zu sehen. Suchen wir uns also ein paar andere Dateien. Empfehlenswert ist es auch hier, die Datei erst aus dem System rauszukopieren. Wenn man die jetzt verbockt und das System noch startet, einfach die Datei löschen, dann zaubert Windows dir eine neue! Ist insofern ganz praktisch, dass man sich um Backups kaum Sorgen machen muss. Aber andererseits belegt XP dadurch doppelt so viel Platz auf der Platte wie auf der CD (wer hat sich noch nicht gefragt, wie 1,6 GB $*#@!~~@ auf eine normale CD-ROM passen? Wieder was gelernt).

Holen wir uns zunächst die ‚explorer.exe‘ aus %SYSTEMROOT%. Da mal die ganzen String Tables durchgeblättert findet sich zum Beispiel der Text ‚Start‘. Woher kennen wir den nur? Rrrrichtig! Einfach mal probieren was passiert, viel kaputt machen kann man nicht. Bei den Bitmaps findet sich das tolle Windows-Logo, das im Startbutton abgebildet ist. Lässt sich theoretisch auch ganz einfach austauschen. Problem ist nur, dass das eine 48Bit-Bitmap ist, sprich eine Bitmap mit integriertem Alpha-Channel für den transparenten Bereich. Aber wo kriegt man sowas nu wieder her?
Müsste sich doch alles machen lassen, hab‘ ich mir gedacht und mich mal etwas mit Bitmaps vertraut gemacht. Herausgekommen ist dann ‚Bible‘, der Bitmap-Blender. Ein kleines Tool, dass aus zwei Bitmaps eine macht. Im Archiv ist ein Beispiel mit drin…

Wenn du anfangen solltest, an der luna.msstyles rumzubasteln, solltest du wissen, dass XP das nicht so ohne weiteres mit sich machen lässt. Wenn du StyleXP von TGT-Soft installiert hast, ist das alles kein Problem. Wenn nicht, solltest du dir unten die uxtheme.dll downloaden. Das ist eigentlich die beste Alternative zu StyleXP, weil man dann kein Programm mehr im Hintergrund laufen haben muss und es auch nicht alle Nase lang mal vorkommt, dass der eigene Style nicht geladen wird. Praktischerweise kommt diese modifizierte DLL auch noch direkt von TGT-Soft. Ich hab‘ die hier mal mit zum Download angeboten, weil ich schon echt Ärger hatte, das Ding noch irgendwo zu finden. Bei der Installation ist wie mit den anderen Dateien vorzugehen, also im abgesicherten Modus umbenennen und dann kopieren.

Hier sind noch ein paar weitere, interessante Dateien:

Ihr fragt euch vielleicht schon die ganze Zeit: Wenn man die ganzen Dateien nicht ersetzen kann, wieso mache ich mir denn überhaupt die Arbeit? Keine Sorge, gibt ja immer noch den abgesicherten Modus! Also alle gehackten Dateien zurechtgelegt und neu gestartet. Jetzt so lange auf F8 rumgeballert bis was passiert. Dann ‚Abgesicherter mit Eingabeaufforderung‘, gewartet und als Benutzer angemeldet. du solltest jetzt nur eine Shell haben. Und da wir ja alle so gerne mit der Konsole arbeiten, kommt jetzt der schönste Teil ;-)!

Im Abgesicherten ist zwar der Dateischutz deaktiviert, aber einfach löschen können wir die Originaldateien trotzdem nicht. Die (meisten) werden ja ständig gebraucht… Also was tun? Ganz einfach: Umbenennen! Das ist gleich doppelt praktisch: Die Originaldatei ist weg und wir haben ein Backup! Also schnell alle Dateien umbenannt und dann die eigenen ins System kopiert. Fertig! Das Umbenennen und kopieren lässt sich praktischerweise mit einer Batch-Datei lösen. Jetzt noch

 shutdown -r -t 00 

getippselt, [ENTER] gedrückt und abgewartet. Wenn du die Dateien nicht total versaubügelt hast, solltest du jetzt ein neues, individuelles Graphical User Interface für Microsoft’s Disc Operating System in der Version 7.0 haben. Oder so.

Der Resource Hacker funzt übrigens auch im Abgesicherten. Das ist praktisch für Tests an der msgina oder logonui. Einfach gehackt, gespeichert, ‚logoff‘ getippselt und das Ergebnis bewundert!

Wenn du noch weitere interessante Dateien findest, lass es mich bitte wissen. Ich hab keinen Bock die paar tausend Dinger da durchzustöbern…

Vorlage für die Drops – GIF-Grafik, 1.341 Bytes
Bitmap Blender – RAR-Archiv, 8.645 Bytes
KernelXP – RAR-Archiv, 7.868 Bytes
Resource Hacker – RAR-Archiv, 438.813 Bytes
uxtheme.dll – RAR-Archiv, 95.939 Bytes


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