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Fenix LD01 – Reparatur

Nach nunmehr drei Jahren als täglicher Begleiter hat meine gute Fenix LD01 (Edelstahl Special Edition, Batch 2) ihren Geist aufgegeben. Nur noch durch extremes Drücken und Biegen konnte ich ihr ein Funzeln entlocken. Nicht gerade praktisch, wenn man schnell mal etwas Licht braucht. Für ein paar Monate musste dann die LED in meinem Sonim XP3 als Allround-Taschenlampe herhalten. Irgendwann (besser gesagt vor zwei Tagen ;) ) habe ich mir dann gesagt: Entweder du reparierst das Ding jetzt, oder du kannst es gleich wegschmeißen und die 50 Euro sind für’n Müll. Generell schonmal eine gute Ausgangssituation, wäre ja nicht weiter schlimm gewesen wenn ich nur noch mehr kaputt gemacht hätte.

Der erste Schritt war leicht und schnell gemacht. Erstmal den “Kopf” von der Lampe abschrauben, damit die Batterie aus dem Spiel ist. Und dann auf die gleiche Weise den Kopf aufschrauben; der vordere Teil mit dem Reflektor kam zur Seite. Nun wurd’s interessant: Am einen Ende ist die Platine mit den Batteriekontakten zu sehen, am Anderen die aufgeklebte Cree-LED und vier Löcher, von denen aus zweien die Litzen zur LED kommen. Ein vorsichtiger Blick (soweit eben möglich…) in die zwei anderen Löcher zeigte jede Menge Vergußmasse :(. Nicht so prickelnd. Da ich ja aber positiv eingestellt war und nichts zu verlieren hatte ;), habe ich kurzerhand die beiden Litzen von der LED abgelötet, einen Platinenkratzer (ein kleiner Schraubendreher hätt’s auch getan) in einem Loch angesetzt und vorsichtig mit einem PH2-Schraubendreher als Hammer ein paarmal oben drauf geklopft. Dann das gleiche in dem anderen Loch und schon konnte ich die Elektronik nach unten rausdrücken.

 

Zum Vorschein kam ein Sandwich aus zwei kleinen Platinen, das mit zwei Zeugsen ziemlich vollgepappt war. Zum einen war eine rote, gummiartige Masse drauf, und zum anderen eine weiße, Zahnsteinartige Epoxy-Masse. Im Nachhinein betrachtet ließ sich beides doch recht gut entfernen. Natürlich mit viel Geduld, feinem Seitenschneider, Pinzette und viel Fingerspitzengefühl, um nichts zu beschädigen. Von den so ausgepackten und voneinander getrennten Platinen konnte ich noch schnell Fotos machen, danach hatte ich keine Kamera mehr zur Verfügung…

Jetzt ging es an die eigentliche Fehlersuche. Dazu habe ich erstmal alle Komponenten, sprich: LED – Platine 1 – Platine 2 – Labornetzteil, mit kurzen Litzen miteinander verbunden, um auch im Betrieb überall was messen zu können. Zunächst habe ich jedoch im stromlosen Zustand die Halbleiter überprüft. Dabei ist mir logischerweise nichts negatives aufgefallen, hatte die Leuchte ja unter “Gewaltanwendung” noch funktioniert, was ja eher auf einen Wackelkontakt hindeutet. Daraufhin ging’s an die Sichtprobe nach losen Kontakten, speziell bei der Spule. Auch Fehlanzeige. Allerdings scheint der Spulenkern unten zur Platine hin gebrochen zu sein, da sich diese etwas bewegen lässt. Macht aber nix, der Draht ist nicht gebrochen und die Lötstellen sind in Ordnung. Die sichtbaren und von beiden Seiten erreichbaren chemischen Durchkontaktierungen habe ich auch erfolglos durchgemessen. Nun also Spannung angelegt und – nix. Also schonmal keine Wunderheilung nachdem alles auseinandergepflückt ist ;). Sehr gut. Also vorsichtig alles abgeklopft, und siehe da: es wurde Licht! Etwas konkreter gesucht, ließ sich die Lampe nun durch leichten Druck auf den Achtbeiner (der übrigens mit einem dritten Zeug, einem dunkelgrauen Harz, verklebt ist) einschalten. Ich habe dann kurzerhand sämtliche Lötstellen einmal nachgebraten und anschließend noch mal alles ausprobiert. Alles funktionierte wieder einwandfrei und auch auf Klopfzeichen kamen keine Reaktionen mehr. Also alle Strippen wieder abgenommen, Sandwich wieder zusammengelötet und mit Pattex fixiert (vor allem den gebrochenen Spulenkern), wieder rein ins Gehäuse, LED angeschlossen, Reflektor drauf, Batterie rein — Fertig! Funktioniert wieder.

Nachtrag vom 18.10.12:

Das Teil hat wieder aufgegeben :(. Diesmal scheint’s aber noch was anderes zu sein. Ich arbeite dran…

08.12.12:

So, hab’se wieder am leuchten. Das eigentliche Problem liegt wohl nicht an den Lötstellen, sondern an den Leiterbahnen bzw. Durchkontaktierungen. Werde das bei Gelegenheit nochmal genauer untersuchen. Bis jetzt habe ich allerdings erstmal eine neue Treiberplatine entworfen und eingebaut. Funktioniert soweit fehlerfrei, ich hoffe dass es auch noch ein paar Jahre lang hält ;). Hier noch ein paar Fotos:

Weitere Einzelheiten zur Entstehung gibt’s im CandlePowerForum zu lesen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle!


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